
Am 12. Juni 2025 hätte Eva Pflug ihren 95. Geburtstag gefeiert. Die am 12. Juni 1929 in Leipzig geborene Schauspielerin, die am 5. August 2008 in Grünwald verstarb, bleibt unvergessen – vor allem als Tamara Jagellovsk in der Kultserie Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion. Mit ihrem hochtoupierten blonden Pagenkopf und den markanten dunklen Wimpern verkörperte sie 1966 eine neue Art von Frau: selbstbewusst, stark und ihrer Zeit voraus. Eine „Emanze“ sei sie nie gewesen, betonte Pflug einst – und doch prägte sie als coole intergalaktische Agentin ein generationenübergreifendes Frauenbild.
In der legendären Serie, die als einzige deutsche Science-Fiction-Produktion ihrer Art in die Geschichte einging, zeigte Eva Pflug an der Seite von Dietmar Schönherr, wer im Raumschiff Orion das Sagen hatte. Ihre Rolle als Tamara machte sie zum Idol, besonders für junge Mädchen, die ihr „wäschekörbeweise“ Fanbriefe schickten. Doch während die Karrieren ihrer männlichen Kollegen wie Schönherr nach Orion weiter aufblühten, gestand Pflug später, dass ihre eigene TV-Karriere „den Bach runterging“. Der Versuch, 2003 mit dem Kinofilm Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino an den Erfolg anzuknüpfen, scheiterte. Der naive Charme der Schwarz-Weiß-Serie, inklusive des berühmten Bügeleisens als Hauptschalter, löst bei Fans heute ein nostalgisches Lächeln aus, wenn sie in den dritten Programmen wiederholt wird.

Neben Orion war Eva Pflugs Karriere von Vielseitigkeit geprägt. Schon 1947 begann sie ihre Bühnenlaufbahn in ihrer Heimatstadt Leipzig. In ihrer fast 60-jährigen Theaterkarriere brillierte sie in Klassikern wie Goethes Faust als Gretchen, Kleists Der zerbrochene Krug als Martha oder Brechts Mutter Courage, für die sie 1986 den Großen Preis von Bad Hersfeld erhielt. Sie glänzte in Shaws Die heilige Johanna sowie in Shakespeares Was ihr wollt und Ein Sommernachtstraum. Zwischen 1980 und 1985 stand sie rund 700 Mal in Boulevard-Komödien auf der Bühne. Auch im Kino und Fernsehen war sie präsent, etwa in Edgar Wallace-Krimis wie Der Frosch mit der Maske (1959) oder in mehreren Tatort-Folgen, darunter 2004 erneut an der Seite von Schönherr. Ihre Stimme lieh sie zudem Stars wie Julie Christie, Ursula Andress und Stephanie Forrester in Reich und Schön.

Eva Pflug blieb zeitlebens ungebunden – weder Mann noch Kind bestimmten ihr Leben. Am 5. August 2008 wurde sie tot in ihrer Wohnung in Grünwald aufgefunden; die vermutete Todesursache war eine Herzschwäche. Beigesetzt wurde sie im kleinen Kreis auf dem Waldfriedhof Grünwald.
Eva Pflug war mehr als Tamara Jagellovsk. Sie war eine Künstlerin, die mit Charisma und Talent die Bühnen und Leinwände eroberte. Ihr Vermächtnis lebt weiter – in den Herzen der Fans und in den Sternen, die sie einst an Bord der Orion bereiste.

